Yamagishi » Die Geschichte » Historischer Rückblick
Kurzfassung: Unter dem Eindruck des Krieges und der Atombombenabwürfe, durch die abertausende Menschen ums Leben kamen, nach dem 2. Weltkrieg, entwickelte Yamagishi einen Gesellschaftsentwurf auf der Basis von Menschlichkeit. Eine stabile Gesellschaft in der alle Menschen glücklich und zufrieden leben können, in der Kriege und Umweltzerstörung nicht mehr vorkommen, das ist das Ziel der Yamagishi Bewegung.
Nach dem 2. Weltkrieg, als Japan völlig zerstört war, die Leute kaum zu essen hatten und auch psychisch am Boden waren, fiel einem landwirtschaftlichen Berater in der Umgebung von Kyoto ein Bauer auf, der trotz des grossen Mangels an Allem, gesundes, vitales Gemüse und Reis anbauen konnte und ausserdem noch von seinen Hühnern viele gute Eier erhielt.
Immer auf der Suche nach Verbesserungen, besuchte er diesen Bauern, er hieß Miozo Yamagishi, um mehr über seine offenbar erfolgreichen landwirtschaftlichen Anbaumethoden zu erfahren.
Yamagishi erklärte ihm, dass seine landwirtschaftliche Anbaumethode auf der Grundlage aufgebaut ist, die dem Wohl aller Menschen dient, in Hamonie mit der Natur. Sein Ziel sei es, eine menschliche Gesellschaft aufzubauen, in der alle Menschen glücklich leben können, versorgt mit allen Lebensmitteln und Gütern im Überfluss. Der Berater, der seine Beobachtungen weitererzählte besuchte von nun an Herrn Yamagishi regelmässig.

Zusammen mit anderen Bauern, die sich dafür interessierten, organisierten sie schließlicham 12. Januar 1956 den ersten Kurs für "Yamagishi Hühnerhaltung", an dem 162 Leute teilnahmen.
Wohlschmeckende, hochwertige Eier und mit dem Hühnermist viel gesunden Reis und vitales Gemüse zu produzieren, war im damaligen Japan nicht nur finanziell, sondern auch vom Gesichtpunkt der Ernährung her eine Revolution und bald folgte ein Kurs dem andern und die Yamagishi Hühnerhaltung verbreitete sich in wenigen Jahren über ganz Japan.
Das Elend des Krieges, das alle persönlich erlebt hatten und die Frage, wie so etwas Unmenschliches wie Kriege und das Töten von Menschen, wohl in Zukunft vermieden werden könnte, beschäftigte die Menschen nicht nur im damaligen Japan stark. So kam es, dass aus den vielen Bauern, die an der Yamagishi Woche teilgenommen hatten, sich einige zusammenschlossen, um sich mit dem Aufbau einer friedlichen Gesellschaft für alle Menschen intensiver zu beschäftigen. Sie verkauften ihre eigenen Betriebe, kauften zusammen neues Land und starteten 1958 in Kasuga(`?) das erste Versuchszentrum für den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft, in der alle Menschen glücklich und zufrieden leben können.
Bald schon lebten und arbeiteten mehrere hundert Menschen auf dem Gelände in Kasuga mit dem erklärten Ziel, herauszufinden, wie so eine menschliche Gesellschaft praktisch entstehen kann und wie sie organisiert werden muss, damit jeder Einzelne darin glücklich werden kann.
Bald entstanden in vielen Gegenden von Japan kleinere „Yamagishi Dörfer“. Meistens blieben die Bauern auf ihren eigenen Betrieben oder arbeiteten in den verschiedensten Formen zusammen.
Nur in Hokkaido, der nördlichsten Insel Japans kaufte eine Gruppe von Menschen grössere Flächen und es entstand ein richtiges neues Dorf als weiteres Versuchzentrum mit heute ca. 1000 Hektar Land mit Milchviehhaltung.
Langsam kam Japan zu wirtschaftlichem Wohlstand, Nahrungsmittel wurden erschwinglich, Kunstdünger und Pestizide führten zu einer intensiven landwirtschaftlichen Produktion und der rein finanzielle Vorteil der Yamagishi Hühnerhaltung trat langsam in den Hintergrund. Der Aspekt des glücklichen menschlichen Lebens, der ja nicht mit Geld bezahlt werden kann, geriet bei vielen in den Hintergrund. Viele der kleinen Yamagishi Dörfer lösten sich stillschweigend auf, nur ein paar grössere überlebten.
